Fette


Qiboli: HO CUS FO CUS! Qi Bo! Weiter geht’s mit den Fetten! Stell dir vor: Die Leute wollen heutzutage fast alle sehr schlank sein. Aber meistens wissen sie nicht so recht, wie sie das anstellen sollen. Jahrelang glaubte man, dass zu viel Fett in der Nahrung dick und krank macht. Später ging man sogar dazu über, gesunde und natürliche Fette für ungesund zu erklären und nur noch die pflanzlichen Öle zu verwenden. Man übersah dabei, dass diese oft nicht in den menschlichen Körper eingebaut werden können, weil einfach, wie schon gesagt, das Enzym zum Verlängern der Ketten fehlt.

Qi Bo: Kein Wunder, wenn die Leute krank werden!

Qiboli: Genau. Aber die Story geht noch weiter: Die Lebensmittelhersteller fingen sogar an, den Produkten das natürliche Fett zu entziehen. Sie sagen Light-Produkte dazu. Aber nach und nach stellte sich heraus, dass daran etwas faul war. Diese verkorksten Lebensmittel machen vor allem eine fast mysteriöse Lust auf mehr. Ja, und wenn es nicht traurig wäre, könnte man darüber lachen: Diejenigen, die sich vornehmlich von diesen angeblichen Schlankmachern ernähren, gehören meistens nicht zu den Schlanken! Letzten Endes haben diese ganzen Fettsparmethoden nur dazu geführt, dass die Menschen dicker und kränker geworden sind.

Qi Bo: Das klingt ja wie eine Mischung aus Unverstand und Horror! Wieso tut eigentlich keiner was dagegen?

Qiboli: Ach, es hat immer warnende Stimmen gegeben, aber der sogenannte Mainstream floss eben anders. Doch inzwischen beginnt sich auch beim Thema Fett langsam das allgemeine Bewusstsein zu ändern.

Qi Bo: Na zum Glück! Aber sag mal, welche Aufgaben haben Fette denn nach den Erkenntnissen eurer modernen Experten im Körper zu erfüllen? In unserer, der chinesischen Ernährungslehre werden sie zum Aufbau des Yins empfohlen. Sie wirken gegen Trockenheit, geben Ruhe und Gelassenheit. Außerdem machen sie satt und zufrieden.

Qiboli: Ja, „unterm Strich“ läuft das moderne Wissen auf dasselbe hinaus. Zusätzlich hat man herausgefunden, dass die Fette auch in die Zellwände eingebaut werden. Diese  müssen eine bestimmte Durchlässigkeit haben, wenn der Zellstoffwechsel optimal funktioniert soll. Da kannst du dir ausrechnen, was mit dem Stoffwechsel passieren kann, wenn einer die Fette ganz aus der Nahrung streicht! Dass er dann nie satt und zufrieden wird, ist noch die harmloseste Folge!

Qi Bo: Da hast du Recht. Aber gibt es nicht Fette, die man unbedingt meiden sollte?

Qiboli: Ja, industriell verarbeitete, meist gehärtete Pflanzenfette! Die enthalten nämlich oft viele so genannte Transfette, welche den Zellwänden besonders großen Schaden zufügen können. Viele Menschen verwenden zum Kochen bedenkenlos Maiskeimöl oder Sonnenblumenöl. Dabei wissen sie gar nicht, wie gefährlich sie dadurch leben. Auch billige Brat-Öle sollte man meiden.

Qi Bo: In welchen eurer modernen Lebensmitteln stecken denn nun solche gefährlichen Transfette?

Qiboli: Das kann man schon bald nicht mehr überschauen! Auf jeden Fall stecken sie in vielen frittierten Produkten und überall da, wo drauf steht: „teilweise gehärtete ungesättigte Öle“, z.B. in den meisten Margarinen, Croissants, in vielen Kekssorten, Blätterteig, in Müsliriegeln, Brat-Sojaöl, Nuss-Nougat-Aufstrichen. Vor allem auch in den von den Kindern so geliebten Pommes Frites und den Kartoffelchips, weil da meistens nur billiges Frittierfett verwendet wird. Die Liste ließe sich noch eine Weile fortsetzen. Da fänden wir auch alle möglichen Sorten Schmelzkäse, Fertigsoßen, Fertigsuppen und andere Fastfood-Produkte. Sogar in der Muttermilch finden sich diese Übeltäter, wenn die stillende Mutter solche gefährlichen Produkte zu sich nimmt.

Qi Bo: Und welche Fette kann man guten Gewissens verwenden?

Qiboli: Zum Braten und Frittieren eignet sich am besten Butterschmalz (Ghee) oder Kokosfett. Das kann man gefahrlos erhitzen. Für Salate eignet sich bei den meisten Menschen – das gute alte Olivenöl. Manche vertragen auch andere pflanzliche Öle, zumindest in kleinen Mengen. Auch hier sollte man im Zweifelsfall die Sachen austesten lassen, denn pflanzliche Öle, die der Körper nicht einbauen kann, fördern Krankheiten.

Qi Bo: Und Margarine, dieses wie ich erfuhr, so oft hochgelobte Kunstprodukt?

Qiboli: Margarine sollte man durch gute Butter ersetzen. Die schmeckt den meisten sowieso besser und ist sehr gesund.

Qi Bo: Qiboli, du hast erwähnt, dass die Zusammenstellung der Fette in der modernen Zeit viel komplizierter geworden ist. Warum? Kannst Du das noch mal etwas genauer erklären?

Qiboli: Ja, gern. Die Wissenschaftler haben festgestellt, dass es zwei essentielle Fettsäuren gibt, die wir Menschen dem Körper unbedingt mit der Nahrung zuführen müssen: Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Dabei ist das Mengenverhältnis zwischen den beiden besonders wichtig: Auf einen Teil Omega-3 sollen ungefähr 4 Teile Omega-6 kommen – hier sind sich die Experten allerdings nicht ganz einig. Hinzu kommt, dass es sehr schwer ist, dieses Mengenverhältnis zu realisieren. Auch im Fleisch und im Fisch sind diese essentiellem Fettsäuren vorhanden, die jeweilige Menge hängt jedoch stark vom Futter ab, das die Tiere bekommen: Viel Grünzeug bedeutet mehr Omega-3, viel Getreide mehr Omega-6. Da nun die meisten Zuchttiere nicht artgerecht gehalten werden und viel Getreide bekommen, haben die meisten Menschen, die dieses Fleisch essen, zu viel Omega-6 in der Nahrung. Wenn sie zusätzlich noch Sonnenblumenöl oder Maiskeimöl zum Kochen und Braten verwenden, haben sie viel zu viel Omega-6 in ihrer Nahrung. Noch dazu in einer Form, die Menschen mit Enzymmangel nicht aufschließen können. Dieses weithin unterschätzte Missverhältnis fördert viele Ungleichgewichte und scheint zum Beispiel eine große Rolle zu spielen, wenn Menschen zu chronischen Entzündungen und Schmerzen neigen. Aber es gibt noch viele andere Dinge im Körper, die in Folge dieses Missverhältnisses nicht mehr optimal reguliert werden können. Das hat mit der Bildung der Prostaglandine zu tun. Willst du das auch noch wissen?

Qi Bo: Jetzt erstmal nicht. Es ist ohnehin recht kompliziert. Aber ich fange langsam an zu verstehen, warum es so schwer ist, die richtigen Mengen der richtigen Fette zu essen. Der Bedarf hängt nicht nur davon ab, ob man viel Fleisch und Fisch isst, sondern auch davon, und wie die geschlachteten Tiere zu ihren Lebzeiten gefüttert wurden.

Qiboli: Ja, es ist nicht einfach. Dennoch kann man sich ganz gut mit den richtigen Fetten versorgen, wenn man sich die Mühe macht, ein paar Dinge zu berücksichtigen: Natürlich soll jede Mahlzeit etwas Fett enthalten, wobei die Menge je nach Stoffwechseltyp variiert. Erfahrungsgemäß ist es aber selten weniger als ein Esslöffel pro Mahlzeit.

Qi Bo: Und welche Sorten kannst du empfehlen?

Zusammenfassung Fette

Zum Kochen, Braten und Frittieren: Kokosfett oder Butterschmalz

Ansonsten gute Butter und Olivenöl als Hauptfettquelle und kleine Mengen kalt gepresster pflanzlicher Öle – aber Vorsicht, die meisten enthalten sehr viele Omega-6-Fettsäuren

Omega-3-Bedarf: regelmäßiger Verzehr von fetten Meeresfischen, Alpenlachs, Biorind und –wild oder auch etwas Leinöl

Meiden: Maiskeimöl, Sonnenblumenöl zum Kochen, billige Brat-Öle, Transfette

Im Zweifelsfall: Ernährungsberatung mit Stoffwechseltest. Dort erfährt man die genauen Fettmengen, die man benötigt und die Sorten, die gut tun.

www.qiboli.com, www.typ5e.com, www.horisan.de

weiter zum Artikel Kohlenhydrate